Krankenhaus-Hygiene

Maßnahmen zum Infektionsschutz

Aufgabe der Krankenhäuser ist es, eine Übertragung von Keimen nicht nur zwischen Patienten zu verhindern, sondern auch zwischen Patienten, Personal und Besuchern. Die Thüringer Krankenhäuser führen zahlreiche Maßnahmen durch, um die Verbreitung von Keimen – insbesondere von resistenten Erregern – zu verhindern:

Beim Umgang mit MRSA-Patienten ist es ein großer Unterschied, ob diese mit MRSA-Bakterien lediglich besiedelt sind oder ob sie damit infiziert sind. Bei einer MRSA-Besiedelung haben sich die Bakterien nur auf der Haut oder in den Schleimhäuten eingenistet, bei einer Infektion sind sie bereits in den Körper eingedrungen und können dort schwer wiegende Erkrankungen wie Wundinfektionen, Lungenentzündungen oder Blutvergiftungen hervorrufen. Längst nicht jeder besiedelte Patient ist infiziert, aber es besteht das Risiko, dass die Keime auf andere Patienten übertragen werden – z.B. durch das Krankenhauspersonal oder durch Kontakte zwischen Patienten.

Um besiedelte Patienten zu identifizieren, wird in den Thüringer Krankenhäusern bei bestimmten Patientengruppen ein so genanntes MRSA-Screening durchgeführt. Getestet werden alle Patienten bei der Aufnahme ins Krankenhaus, die ein erhöhtes Risiko haben, MRSA-Träger zu sein, zum Beispiel:

  • Patienten mit bekannter MRSA-Besiedelung
  • Patienten aus Regionen mit bekannt erhöhtem MRSA-Vorkommen (z.B. Südeuropa)
  • Patienten aus Pflege- und Rehabilitationseinrichtungen mit bekannt erhöhtem MRSA-Vorkommen
  • Patienten, die in den vergangenen 12 Monaten mehr als 3 Tage im Krankenhaus verbracht haben
  • Patienten, die beruflich direkten Kontakt zu Tieren in der landwirtschaftlichen Tiermast haben (Schweine, Rinder, Geflügel)
  • chronisch pflegebedürftige Patienten mit Antibiotika-Therapie in den vergangenen 6 Monaten
  • Patienten mit offenen Zugängen (z.B. Luftröhren-Kanüle, Sonde, Blasenkatheter) Dialyse-Patienten
  • Patienten mit chronischen Wunden

In großen Krankenhäusern der Maximalversorgung werden zudem Tests auf weitere Krankenhauskeime (4MRGN, MRGN, VRE) durchgeführt, sofern dies angezeigt erscheint.

Mit MRSA besiedelte Patienten werden im Krankenhaus in der Regel räumlich getrennt von anderen Patienten untergebracht. Im Umgang mit ihnen gelten besondere Schutzmaßnahmen sowohl für das Klinikpersonal als auch für Besucher (Schutzkittel, ggf. Mund-Nasenschutz und ggf. Einmalhandschuhe). Die direkte Umgebung und Gebrauchsgegenstände dieser Patienten werden besonders häufig desinfiziert, Pflegeutensilien nach Gebrauch sicher entsorgt sowie Bettwäsche, Handtücher und sämtliche Kleidung täglich gewechselt und gewaschen. Sofern es sich nicht um Akutpatienten handelt, die sofort behandelt werden müssen, werden Patienten, die mit MRSA-Keimen besiedelt sind, zunächst durch bestimmte Behandlungsmaßnahmen von den Keimen befreit.

Bei Akutpatienten, die mit MRSA besiedelt sind und umgehend behandelt werden müssen, werden vor, während und nach der Operation bzw. Therapie besondere Schutzmaßnahmen ergriffen, um eine Übertragung der MRSA-Bakterien auf die Umgebung zu verhindern. Sobald es möglich ist, erfolgt dann die so genannte Sanierung dieser Patienten, also eine Behandlung zur Befreiung von den Bakterien.

Die Händedesinfektion gilt generell als wichtigste Maßnahme zur Vorbeugung von Krankenhausinfektionen und zur Verhinderung einer Übertragung von Erregern – nicht nur bei MRSA-Patienten. Vor und nach jedem direkten Patientenkontakt müssen Ärzte, Pflegepersonal und Therapeuten die Hände gründlich mit einem Händedesinfektionsmittel einreiben. Alle Krankenhäuser in Thüringen nehmen an der „AKTION Saubere Hände“ teil, der nationalen Kampagne zur Förderung der Händedesinfektion in deutschen Gesundheitseinrichtungen, die vom Bundesministerium für Gesundheit und der Weltgesundheitsorganisation WHO unterstützt wird.

Qualitätsergebnisse beim Infektionsschutz

Vor bestimmten Operationen wird eine vorbeugende Antibiotika-Gabe zur Vermeidung von Infektionen empfohlen. Ausführliche Informationen hierzu und Qualitätsvergleiche zur Infektionsprävention und zur Zahl der tatsächlich aufgetretenen Infektionen finden Sie im Thüringer Krankenhausspiegel unter: